Presse

Am 03. 02. 2011 schrieb das Wästfälische Volksblatt von Paderborn und Umgebung unter der Überschrift:

 

"Das Licht der Paderquellen"

 Zufall oder Fügung? Siegfried Ahlborn malt ein überdimensionales Altarbild. Bei der Suche nach einem Standort findet er die Barmherzigkeitskapelle in Elsen - und das Bild passt zentimetergenau hinein.

 

Die Geschichte ist eigentlich zu schön, um wahr zu sein. Aus innerer Eingebung heraus hat der 61 Jährige Maler aus Bad Wünnenberg unter dem Künstlernamen >> Siegfried Johannes << innerhalb von neun Monaten einen mehrteiligen Bilderzyklus angefertigt, in dem er seine feste Glaubensüberzeugung von der Verbindung von Liebe und Weisheit zur Barmherzigkeit festgehalten hat. Die einzelnen Bildtafeln sind bis zu vier Meter breit und 2,40 Meter hoch - komplett aufbauen lässt sich das Altargemälde in seinem kleinen Atelier am Kamp in Paderborn gar nicht.

Bei der Suche nach einem geeigneten Aufenthaltsort wendet sich Ahlborn an den Paderborner Restaurator Robert Ochsenfarth. In seiner Werkstatt hat er die Holztafeln grundieren lassen. Der Fachmann für sakrale Kunst wird hellhörig - ein Barmherzigkeitsabbild? das passt doch sicher in die Barmherzigkeitskapelle am Nesthauser See, die sein Vater Anton Ochsenfarth Anfang der neunziger Jahre bauen ließ.

Gedacht, getan. Mit dem Firmenbulli werden die großformatigen Tafeln am vegangenen Samstag zu der achteckigen Kapelle am See transportiert. Und die Überraschung ist groß: Das aufklappbare Bild passt zentimetergenau an die Altarwand.

Dort soll es nun noch gut drei Wochen hängen, bevor der "Wanderaltar" weiter auf die Reise geht.

>> Ich habe aus reiner Verzweiflung mit dem Malen angefangen << schildert Ahlborn die Initialzündung für sein Projekt, das er nun überall dort zeigen möchte, wo man ihn mit seinem Altar aufnimmt. Immer wieder hat der in Borchen aufgewachsene Hobbykünstler  und Schriftsteller Nackenschläge und Niederlagen einstecken müssen. Er hat sich nach dem Verlust seines Arbeitsplatzes als Heilpraktiker und Reiseleiter versaucht, doch der Existenzmot ist er nicht entkommen.

Sich selbst hat Ahlborn in dem Altarbild-Zyklus als mittelalterlicher Ritter am Fuß der Wewelsburg dargestellt - mit dem gleichen Schwert bewaffnet wie der Erzengel Michael. Der prangt auf der ersten Bildebene des Altars, dahinter lassen sich eine Weihnachtsszene und schließlich ein Paderborner Pfingstbild aufklappen: zwischen Dom und Rathaus leuchtet die Flamme des heiligen Geistes auf. >> Das Licht an den Paderquellen <<, erzählt Ahlborn, >> hat mich schon als Kind immer fasziniert.<<

Die "Neue Westfälische" von Paderborn schrieb am 15. 02. 2011

 

Standfest bleiben: Das Vorhangsbild des Altars zeigt den Künstler mit Schwert vor drohender Kulisse. Kurz vor der Eröffnung der Ausstellung war Siegfried Ahlborn in der Kapelle gestürzt und hatte sich am Kopf verletzt. Trotzdem konnte er sein Werk noch ausführlich und eindringlich vorstellen.

Paderborn-Elsen. In der Barmherzigkeitskapelle am Nesthauser See ist jetzt der Wanderaltar des Wünnenberger Hobbykünstlers Siegfried "Johannes" Ahlborn zu sehen. Auf 2,40 Meter hohen Holztafeln hat Ahlborn seine Hoffnung auf Barmherzigkeit, Liebe, Glauben und die inneren Werte der Menschen in Bilder gebannt.

 

Auf der ersten Klapptafel will die Lichtgestalt des Erzengels Michael als Stimme Gottes die Menschen aufrufen, nicht der "Welt des Scheins" zu verfallen. Dem Engel zu Füßen liegt ein Mensch, der zur Hälfte im Fegefeuer zu stecken scheint und dessen Kopf von Licht umgeben ist. Ahlborn will zeigen, dass es auf die inneren Werte ankommt, dass der Mensch "von innen durch sich selbst leuchtet" und dass es auf die Kraft des Herzens ankommt.

Auf weiteren Tafeln ist die Weihnachtsgeschichte abgebildet, Maria und Josef mit dem Christuskind im Stall. Letztes Bild ist ein Pfingstmotiv, bei dem das "Licht der Paderquellen" als Flamme des heiligen Geistes zwischen Rathaus und Dom erstrahlt.

Imposant ist schon das Vorhangsbild des geschlossenen Klappaltars, das an den Untergang der Burg Walhall in Wagners Götterdämmerung erinnert: Wewelsburg und Externsteine unter dräuend schwarzen Wolken, die die Form eines grimmigen Adlers annehmen, davor der Künstler selbst, standfest mit dem Schwert in der Hand über einem abgrundtiefen Riss in der Erdkruste. Für Ahlborn symbolisiert das die Spannung zwischen Naturwissenschaft ("seelenloser Urknall") und Religion ("am Anfang war das Wort"). Dazwischen der Mensch, der die Kräfte der Religion in sich sammeln muss um schließlich "durch das Herz zum Ritterschlag" zu gelangen.

Die Schwerter in Ahlborns Bildern zeigen aber immer nach unten. Der Kampf mit Waffen ist für den Künstler keine Lösung.

Seinen Altar hat Ahlborn einfach so "aus dem Herzen heraus gemalt", in einem kleinen Atelier am Kamp, wo er die großen Holztafeln gar nicht richtig aufstellen konnte. In der Barmherzigkeitskapelle am Nesthauser See, die die Paderborner Familie Ochsenfarth errichtet hat, können sich Ahlborns Bilder jetzt in voller Pracht entfalten.

Unterwegs