Unterwegs

Unterstützung gesucht

 

Wie Sie unten sehen können, möchte der Altar um die Welt reisen. Aber dazu braucht er Ihre Hilfe. Bitte sprechen Sie mit mir. ( info@paderborner-wanderaltar.de ) Danke.

 

Was bisher geschah:

"Von Paderborn nach Brügge"  Das Buch ist da. weiter

 

"Von Paderborn nach Brügge" Der Film ist da. weiter

Es ist soweit, (das war am 20. 07. 2011) der Paderborner Wanderaltar reist in Kürze per Anhalter um die Welt.

 

„Viele Menschen transportieren Waffen und Krieg. Ich
transportiere einen Altar. Wer nimmt mich mit?“

 

So steht es in drei Sprachen auf dem Anhänger geschrieben, in dem sich der Paderborner Wanderaltar befindet. Und  auf diesem Hänger soll der Altar per Anhalter um die ganze Erde reisen. Jeder Mensch, der Freude an der Kunst  - und eine Anhängerkupplung hat -, kann ihn ein Stück des Weges mit sich nehmen. - Vielleicht nur bis in den nächsten Ort, wo er sich dann auf dem Marktplatz den Menschen zeigt.

Der Weg des Altars um die Welt, ist ein Geschenk der menschlichen Seele an die Seele der Erde, als Ausgleich für die vielen Waffentransporte auf ihr. Denn nicht nur der Mensch, sondern auch die Erde selbst leidet unter diesen Transporten und seinen Auswirkungen. Dagegen freut sie sich, wenn wir ihr die christlichen Bilder bringen, die ihre Jahresfeste in uns ausgelöst haben. Also die Bilder von Michaeli, von Weihnachten, von Ostern und von Pfingsten. An ihnen erlebt die Seele der Erde ihre Erfüllung und ihre Heilung.
In einem gemeinsamen Experiment und in einer Aktion von Hand zu Hand soll uns das nun gelingen.

Die Fahrt des Paderborner Wanderaltars wird am 22. 07. 2011 um 10,00 Uhr in Paderborn am Kamp 37 beginnen. Und dort schon wird es sich zeigen, ob ihn ein gütiger Mensch - mit Anhängerkupplung - ein Stück des Weges mit sich nimmt. Dann geht die Fahrt weiter nach Rotterdam, New York, San Francisco, Vladivostok, Moskau und zurück nach Paderborn. Das ist der Weg – das ist der Traum. Aber vielleicht helfen viele Hände und viele kleine Schritte, diesen Traum zu verwirklichen.  Denn auf Spenden und Hilfen wird der Altar angewiesen sein, da alle seine verfügbaren Mittel in die Herstellung geflossen sind.

Hier finden Sie den Text zu dem Lied: Unterwegs.

Unterwegs.pdf
PDF-Dokument [3.5 KB]
Anhänger in der Arbeit

Heute ist schon der 21. 07. - morgen soll es losgehen und der Anhänger ist noch lange nicht fertig. Werden wir es schaffen?

Wir haben es nicht geschafft. Also wird sich der Altar über den Samstag und den Sonntag noch in Paderborn präsentieren. Voraussichtlich wird er vor dem St. Vincenz Krankenhaus zu sehen sein. Am Montag den 25. 07. geht es dann weiter nach Soest.

Station 1 - Paderborn

 

23. 07. 2011 / 15,00 Uhr Der Altar steht auf dem Platz der alten Synagoge in Paderborn. Vor dem St. Vincenz-Krankenhaus.

 

24. 07. 2011 Es regnet in Strömen. Aber mein Wagen steht noch da, wo ich ihn die Nacht über habe stehen lasse - auf dem Platz vor dem St. Vincenz- Krankenhaus in Paderborn nahe dem Dom. Auf dem Platz der alten Synagoge. Zur Sicherheit hatte ich auf die Seitenplanen geschrieben: "Ich bin der Paderborner Wanderaltar auf meinem Weg um die Welt und mache nur kurze Rast". So hoffte ich, dass die Ordnungshüter von Paderborn den Wagen auch stehen lassen würden - und das haben sie auch getan. Gott sei Dank. Die Generalprobe ist geglückt. Nun pilgern die Menschen auf ihrem Weg in die Messe an meinem Wagen vorbei, aber keiner beachtet ihn. Vielleicht wird das später anders, wenn sie den Dom wieder verlassen.

Nun, ich nutze die Zeit, um mein Vorhaben noch einmal zu überdenken.
Was will ich mit dieser Aktion erreichen? Was werden die Menschen verstehen,
und was werden sie nicht verstehen? Erreichen möchte ich, dass ich es schaffe gegenüber den mehr oder weniger öffentlichen Transporten von Waffen und Krieg, von Monstern und Fratzen, auch einmal die Bilder eines christlichen Altars um die Welt zu transportieren. Denn ich finde, dass es an der Zeit ist, auch diese Bilder aus ihren dunkler Räumen ans Licht zu bringen. Egal welcher Weltanschauung sie dienen, wenn sie der Liebe, der Freiheit und dem Frieden dienen, sollten sie diesen Weg gehn, denn die aufbauende Kunst ist überkonfessionell und dient alleine dem Heil der Erde und des Menschen. Ich konnte es also zusammenfassen in die Worte: "Bringt die Bilder aus den Kirchen, den Moscheen und den Tempeln in die Welt, und es wird keinen Krieg mehr geben."

Denn das, was die Menschen an meinen Bildern vielleicht nicht verstehen würden, wenn sie den Leitsatz nicht kannten, war die rein christliche Ausrichtung meiner Bilder. Aber wie könnte ich als Christ die göttliche Kraft der Liebe und Weisheit und damit der Barmherzigkeit anders darstellen als mit christlichen Bildern? Wäre ich ein Buddhist, so würde ich anders malen - und auch das wäre richtig. Wäre ich ein Hindu, könnte ich vielleicht eine Göttin der Liebe oder einen Vishnu malen, und wäre ich ein Mohamedaner, so könnte ich die Lehre Mohameds darstellen. Das alles wäre dann auch richtig und vielleicht machen es mir die anderen Menschen mit ihren Bildern eines Tages nach. Vielleicht bin ich ja ein Vorläufer einer einzigartigen Bewegung...

Am Nachmittag bestärkten mich dann auch noch die Besucher meines Wagens in diesen Gedanken. Es konnte also weiter gehen, denn am nächsten Tag wollte ich Paderborn mit dem Paderborner Wanderaltar für lange, lange Zeit in Richtung Westen verlassen und wollte eines Tages aus dem Osten wiederkommen.

 

Station 2 - Soest



25. 07. 2011 /  16,00 Uhr der Altar steht auf dem Petrikirchplatz in Soest.

 

Nun ist der Anhänger durch den TÜV gekommen und zugelassen worden und ich bin pünktlich um 15 Uhr mit Robert Ochsenfarth in Richtung Soest gestartet. In Soest angekommen, stand die Presse schon bereit. Aber ein Stehplatz musste noch gefunden werden. Zum Glück befanden sich Arbeiter auf dem abgesperrten Kirchenplatz vor der Petrikirche. Sie geleiteten mich zum Büro der Kirche, wo aber niemand anzutreffen war. Doch als ich es noch einmal versuchte, begegnete mir eine Dame, die ganz zufällig zugegen war und half mir die Genehmigung für den Platz zu bekommen. Und so fand ich einen ruhigen und sicheren Platz - auf dem Petrikirchplatz neben dem Domplatz - um meinen Wagen mit dem Altar zu platzieren. Viel Betrieb war zwar nicht aber es fanden sich doch manche Interessenten ein. Vor allen Dingen freute mich die Begegnung mit einem jungen Mann, der eine Bierflasche in der Hand hielt und ganz offen und interessiert die Bilder betrachtete. Er sagte mir auch, dass er sehr einverstanden mit der Ansicht sei, dass es zu viele Waffen in der Welt und zu wenig solcher Bilder gäbe. Und dann verließ er mich mit der Bemerkung, dass er mal seine Mutter fragen wolle, ob sie den Altar mit ihrem Auto mit nach Dortmund nehmen wolle. Auch ein kleines Mädchen mit Namen Johanna gefiel mir, dass sich sehr intensiv zu den Bildern erkundigte. Ich bin also sehr dankbar, dass die Fahrt nun begonnen hat, und hoffe auf ein weiteres gutes Gelingen. Ob ich aber bei dem ständigen Glockenschlag schlafen kann, weiß ich noch nicht.

Station 3 - Dortmund



26. 07. 2011 /  22,00 Uhr der Altar steht hinter der Reinoldikirche in der Fußgängerzone von Dortmund.

 

Heute Morgen stand ein Bericht über den Altar im Soester Anzeiger. Und nun hoffe ich, dass mich jemand mit sich nimmt. Aber ich empfinde auch zum ersten Mal eine tiefe Traurigkeit und irgendwie etwas wie Verzweiflung. Denn es scheint mir plötzlich so aussichtslos, dass sich jemand melden könnte, um mich mitzunehmen. Und ich habe mir überlegt, dass ich dann, wenn mich wirklich niemand mit sich nimmt, den Wagen per Hand in Richtung Dortmund ziehen werde. Vielleicht nimmt mich dann von der Straße jemand mit. Es ist anders gekommen. Nach der großen Enttäuschung, dass eine Dame auf mich zukam und unumwunden sagte, dass sie mich mitgenommen hätte, wenn der Hänger nicht so hoch wäre, fand mich und den Altar eine Freundin meiner Tochter, die einen Bekannten motivieren konnte mich zu fahren. So verließ ich denn um acht Uhr abends Soest - zusammen mit Herrn Peter Würtz, in Richtung Dortmund. Ich war sehr dankbar über diese Fügung, denn Herr Würtz war ein geistig sehr interessierter Mensch und die Gespräche auf der Fahrt nach Dortmund waren für mich ein großes Geschenk.

 

27. 07. 2011 So stand ich also mit meinem Altar am nächsten Morgen in der
Fußgängerzone hinter der Reinoldikirche in Dortmund. Aber das war doch eine Enttäuschung, denn das geschäftige Stadtleben hat kein Auge für solch eine Mission. Auch die Presse meldete sich nicht und so blieb mir nichts anderes übrig als mich am nächsten Tag mit dem Altar von einem Taxiunternehmen in die nächste kleinere Ortschaft ziehen zu lassen. Auf dem Lande, so dachte ich, ließen sich die Menschen vielleicht leichter ansprechen.

Station 4 - Dorstfeld

 

28. 07. 2011 auf dem Marktplatz von Dorstfeld. Hierhin hat mich das Taxi gebracht und ich habe den Altar auf dem Marktplatz geöffnet. Und jetzt sind auch schon einige interessierte Menschen gekommen. Dabei wurde mir plötzlich klar, dass ich im Begriff war, meine Mission zu vergessen. Zwar hatte ich das Gesicht des Michael immer vor mir - am Tage, oder über mir, wenn ich zu seinen Füßen schlief, doch die eigentliche Mission, das heißt meine Absicht durch das letzte Bild, das Pfingstbild, auf das höhere Ich des Menschen aufmerksam zu machen, verschwand etwas unter den Problemen des Alltags. Dabei ist es gerade die Wahrnehmung unseres höheren Ichs, die dem Menschen heute so notwendig ist. Das höhere Ich, also das Ich in uns, dass die göttliche Liebe in sich aufgenommen hat, macht den Menschen erst zum Menschen. Doch dann brauchte ich gar nicht mehr darauf hinzuweisen, denn ich erkannte meine Mission in diesem Moment in den Augen der Kinder, die sich bei mir einfanden. So aufmerksam betrachteten sie die Bilder und so dankbare und große Augen machten sie, als ich ihnen dass Lied über den Altar auf der Gitarre vorspielte, dass ich wusste, dass ich in diesem Moment einen ganz entscheidenden Eindruck auf ihr Leben gemacht hatte. Und als sie dann mit blau geschlagenen Augen wiederkamen, weil die andere Gang sie verprügelt hatte, konnte ich auch diese andere Gang für mich gewinnen und es trat wieder Friede ein.

Am Abend fand eine Demonstration von "Links" gegen "Rechts" vor meinem Wagen auf dem Marktplatz statt. Bei dieser Demonstration war ich nur Zuschauer, dachte aber, dass man mit gegenseitigen Beschuldigungen niemals das Ziel der Liebe und Toleranz erreichen könne.

Statiuon 5 war auf einer Raststätte auf der A 2

 

29. 07. 2011 Gestern Abend, als sich ein Gewitter anbahnte, wurde mir wieder einmal klar, wie das Verhältnis des Menschen zur Natur und zum Sinnlichen wirklich beschaffen ist. Es gibt nichts im Geschehen der Natur, das sich nicht vorher im Inneren des Menschen befunden hätte. Das vormals Innere hat sich nur nach außen gewendet. Das ist das Geheimnis und das wahre Geschehen der Natur. Die Wirklichkeit geschieht hinter dem Sinnlichen. Das sagt uns auch das Beispiel in der Bibel, wo es heißt, dass die Jünger in einem Boot fuhren und währen eines Sturmes zu kentern drohten. Da weckten sie den Christus-Jesus, der im Boot schlief, und er beruhigte den Sturm und das Meer. Das heißt aber nichts anderes, als dass, wenn wir den Gott der Liebe in uns wecken dieser in der Lage ist die Kräfte der Natur zu beruhigen. Und damit vielleicht auch die ungezügelten und zerstörerischen Katastrophen der Natur. Heute ist Markt in Dorstfeld und mein Hänger ist im Weg. Also schiebe ich ihn beiseite und warte auf den Herrn, der mir am gestrigen Abend die Hoffnung machte, er würde mich mitsamt dem Altar heute mitnehmen. Aber er kam nicht. Nun war guter Rat teuer, denn ich hatte am Abend vorher schon überall gefragt, ob jemand eine Anhängerkupplung habe und bereit sei mich weiter zu ziehen. Aber niemand hatte sich gefunden. Deshalb war ich mir klar, dass ich wiederum anders handeln musste, wollte ich nicht schon hier scheitern. Ich
entschloss mich also den Taxifahrer Herrn Ulber anzurufen, um mich auf eine
Raststätte der Autobahn bringen zu lassen. Dort hoffte ich, schneller voranzukommen. Herr Ulber war bereits ein Freund geworden und brachte mich auf die A2 zwischen Gladbeck und Recklinghausen, weil er zu recht meinte, dass ich dort die größten Chancen hätte in Richtung Holland mitgenommen zu werden. Aber da stand ich dann und merkte, wie schwer auch das sein würde.

Station 6 - Groenlo/Holland

 

29. 07. 2011 Alle Holländer, die an ihrem Auto eine Anhängerkupplung hatten und die ich ansprach, lachten nur, winkten freundlich ab oder waren empört. Einer sagte mir auch, dass er in eine ganz andere Ecke Hollands fahre, als in die, in die ich wollte. Damit öffnete er mir die Augen, dass ich nicht einfach so darauflosfragen konnte, und entschloss mich keine Holländer mehr anzusprechen. Stattdessen konzentrierte ich mich auf die Nummernschilder von Oberhausen oder Bottrop, denn ich dachte mir, dass es, wenn ich erst einmal in einer dieser Städte nahe der Grenze zu Holland wäre, einfacher sei in die richtige Richtung mitgenommen zu werden.  Aber es kamen kaum Autos mit den richtigen Nummernschildern. Und die, die kamen, hatten keine Anhängerkupplung. Da stand ich denn an meinen Wagen gelehnt lange Zeit und wieder einmal schien mir das ganze Unternehmen hoffnungslos zu sein, als mich plötzlich ein junger Holländer erstaunt fragt: "Was ist denn das mit ihrem Wagen da"? Ein Altar sagte ich. "Wollen Sie ihn mal sehen"? "Ja" sagte er, "ich bin neugierig". "In diesem Fall ist Neugierde gut" sagte ich und öffnete den Wagen. Er war begeistert. "Haben Sie eine Anhängerkupplung"? Fragte ich. Verlegend lachend bejahte er das, um aber gleich hinzuzufügen, dass er mich wohl nicht mitnehmen könne. Aber er wolle jetzt etwas trinken gehen und den guten Geist dazu befragen. Als wir dann etwas später gemeinsam in Richtung Holland rollten, gestand er mir, dass er bis zuletzt vollkommen überzeugt gewesen sei "nein" zu sagen, aber dass ihn dann in letzter Minute wohl der Michael bewogen habe "ja" zu sagen. Er fuhr mich in jenen Ort in Holland, wo er als Jugendlicher einmal niedergestochen worden war und in allerletzter Minute gerettet wurde An dem Platz des Geschehens hielt an und sagte nach hinten zum Wagen gewandt. Nun, Michael, schau und bedenke diesen Platz. Dann setzte er mich auf dem Markt im Dorfzentrum von Groenlo ab und fuhr zu seinem Zuhause in eine anderen Gemeinde. Ich öffnete den Wagen und sah überall neugierige Blicke hinter den Fenstern. Aber kaum jemand kam um sich zu erkundigen. Nun - immerhin war eine sehr wichtige Etappe geschafft. Aber ich fror und ging bald zu Füßen des Michael schlafen.

Station 7 - Zutphen/Holland

 

30. 07. 2011 Es regnet leicht in Oost Gelre und ich schaue mir den Ort Groenlo etwas an. Ein kleiner holländischer Ort mit 3 Kirchen und schmucken kleinen Häusern und Gassen. Wer würde mich heute mitnehmen? Erst einmal öffnete ich den Wagen und bekam von den anliegenden Geschäften und Menschen auch gleich eine Tasse Kaffee angeboten. Aber dann bekam ich auch meinen ersten richtigen Schrecken, denn ein Lieferwagen von der Firma Kar Wai streifte mit seinem Dach die aufgeklappte Tür meines Anhängers. Doch zum Glück entstand kein Schaden, außer dass die Plane einen kleinen Riss an der Außenseite bekam. Kurz darauf konnte ich einen Kleintransporter mit Tschechischen Ersatzteilhändlern anhalten und sie für ein kleines Trinkgeld überreden mich nach Zutphen zu fahren. Etwas später kamen wir in Zutphen an und sie deponierten mich vor der St. Walburgskerk. Doch die Polizei ließ mich da nicht stehen und half mir den Wagen zur Seite zu schieben. Am nächsten Tag aber, so sagte sie, solle ich verschwunden sein. Ich bat noch um die Telefonnummer eines Abschleppunternehmens, da ich ja so schnell niemanden würde finden können, bekam sie aber nicht. Also nahm ich mir vor, wenn nötig auch noch länger zu bleiben. Am Abend hatte ich noch ein paar schöne Begegnungen; Menschen, die die Bilder des Altars erkannten und bewunderten.

 

31. 07. 2011 Heute Morgen kommen viele Menschen auf dem Weg in die Walburgkirche an meinem Altar vorbei. Auch die Polizei ging vorüber, sagte aber nichts. Nun warte ich, ob die Menschen, wenn sie aus der Messe kommen, meinen Altar wahrnehmen und von den kleinen Altären kaufen. Ich bräuchte es ganz dringend. Sie nehmen ihn wahr, kaufen aber nichts. Überhaupt ist heute den ganzen Tag reger Betrieb und vielen Menschen muss ich die Bilder zeigen und erklären, denn es ist ein großes Kulturfest in der Stadt mit vielen Veranstaltungen, und ich bin mitten darinnen. Es ist also sehr erfreulich von der Aufmerksamkeit und vom Zuspruch her, aber ich bin trotzdem sehr traurig, weil fast niemand einen kleinen Altar nimmt. Mittlerweile sage ich mir, dass ich das Ganze vielleicht wirklich in der Hauptsache für die Seele der Erde mache, und nicht so sehr für die Menschen. Und wenn dieser Gedanke den meisten Menschen auch absurd klingt, so ist das doch nur die Bestätigung für die große Unwissenheit, in der die Menschheit heute lebt. Auf jeden Fall ist die Bereitschaft mich mitzunehmen gleich null. Michael freut sich, in der Welt zu sein. Aber ich habe ein sehr großes Problem.

 

01. 08. 2011 Als ich heute zu Füßen der Walburgskirche erwachte, offenbarte sich mir in aller Klarheit, was ich mit der Fahrt des Altars um die Erde in Wirklichkeit tat. Ich trug eine neue Definition des Denkens, Fühlens und Wollens um die Welt. Das heißt, ich offenbarte den Menschen und auch der Erde die wahren Kräfte ihrer Seele. Diese liegen im Schoße der geistigen Welt. Michael wandelt das tote Denken in ein lebendiges und das Jesuskind belebt das Herz und den Atem aus den göttlichen Quellen des Seins. Der Mensch selbst aber ergreift in Freiheit den Willen Gottes, wenn er sich in diesem erkennt und bejaht. Allerdings herrscht diesen Kräften gegenüber im normalen Leben noch ein vollkommenes Nichtwissen, was aber nicht heißt, dass sie nicht da sind und gepflegt werden müssen. Nun, dieses Wissen ist noch nicht da. Aber die Presse war da und ein Fotograf. Morgen wird mein Wagen mit dem Altar in der Zeitung stehen und ich hoffe, dass mich dann jemand mit nach Arnheim nimmt.

Station 8 - Arnheim/Holland

 

02. 08. 2011 Heute erschien ein großer Artikel von mir und meinem Wagen in der Tageszeitung von Zutphen. Das Bild war groß und schön. Den Artikel konnte ich nicht verstehen, denn er war in Holländisch. Aber nun bin ich gespannt, was sich heute tut. Auf jeden Fall sprach mich im Hotel Eden, wo ich morgens frühstückte, da um diese Zeit nirgendwo sonst ein Kaffe geöffnet hatte, eine Juristin an und gab mir ihre Karte. Sie sagte, dass sie diese Aktion ganz, ganz gut findet, und dass ich mich jederzeit an sie wenden dürfe, wenn ich Hilfe brauchte. Und indem ich nun vor dem Wagen sitze, beginne ich mich mit Michael zu unterhalten. Denn immer wieder ruft er mir zu: "Befreie Dich und ergreife mein Denken. Es lebt nach anderen Gesetzten, als dein gegenständliches und ängstliches Denken In meinem Denken lebt Schicksalsnotwendigkeit". Schicksalsnotwendigkeit, das ist ein schweres Wort. Und ein Gedanke, den ich immer schon versucht hatte, in mein Herz aufzunehmen. Vielleicht gelingt es mir ja nun während meiner Fahrt. Das wird sich zeigen. Aber eines ist mir wieder nicht gelungen, jemanden zu finden, der mich freiwillig mit dem Auto mit sich nimmt. Denn, während ich noch darauf wartete, kam die Polizei und setzte mir eine Frist bis 15,00 Uhr. Danach wolle sie mich nicht mehr sehen. Sonst würde sie mich abschleppen und ich müsse eine hohe Strafe bezahlen. Das war um 13,30, also drängte die Zeit. Mir blieb nichts anderes übrig als ganz schnell ein Abschleppunternehmen anzurufen und mich nach Arnheim bringen zu lassen. Das kam mir billiger als eine Anzeige. Trotzdem musste ich dafür wieder auf ein Zimmer und damit auf eine Dusche verzichten. Als ich in Arnheim ankam, stellte ich mich hinter die Kirche auf den Marktplatz und öffnete den Wagen. Wieder stand die Polizei in meiner Nähe, sagte aber nichts. Der Fahrer des Abschleppwagens war übrigens so begeistert von meinem Unternehmen, dass er mir die Fahrt billiger machte. Am besten gefiel ihm, dass ich sagte, ich wolle nicht eines Tages im Altersheim sitzen und sagen müssen: ich wollte so eine Aktion gerne machen, habe es mich aber nie getraut. Das gefiel auch einem Journalisten, den ich gleich kontaktierte und der auch sofort kam. Somit wird es morgen wiederum in der Zeitung stehen. Als Publikum kamen am ersten Tage Stadtstreicher und erlebte Heilige. Erlebte Heilige sind für mich Menschen, die Gott in ihrem Inneren erfahren haben und meine Bilder als Bestätigung sahen. Sie wollen nichts hören und nichts kaufen, sondern nur ihre eigene Erfahrung mitteilen. Manche dachten auch ich sei von der Kirche und erwarten eine Bibel. Eine Dame betete laut für mich und meinen Altar. Im Übrigen war ich allgemein erstaunt, wie viele Menschen mit persönlichen Gotteserfahrungen leben, die diese wie in einer Vision bekommen haben. Außerdem staunte ich darüber, wie viele Menschen die Apokalypse im Jahre 2012 kommen sehen. Die Sonne soll sich dann für dreieinhalb Tage verfinstern und Gott wird die Menschheit wandeln. Ich selber sehe das nicht so, sondern ich denke, dass wir bis zur wirklichen Apokalypse noch viel Zeit und viele Inkarnationen vor uns haben.

 

03. 08. 2011 Heute Morgen, als ich zum Jonas Daniël Meijerplaats in Arnheim kam, hinter der Eusebiuskirche wo der Wagen stand (Ich hatte mir ausnahmsweise ein Zimmer genommen, obwohl ich es mir nicht leisten konnte, um einmal zu duschen.),hatte die Stadt meinen Wagen mit einem Gerüstanhänger zugeparkt. Mit Mühe und Not schaffte ich es, ihn hinter dem Gerüstanhänger hervorzuziehen. Jetzt war ich gespannt, ob ich hier stehen bleiben durfte. Aus dem Grand Café ARNHEMS MEISJE gegenüber brachte man mir einen Kaffee und die Zeitung mit dem Artikel über mich und den Altar. Aber ich traf auch den Journalisten wieder, der mich gestern interviewt hatte und er versprach mir die Zeitung, mir dem Artikel vorbeizubringen. Außerdem meldete sich eine andere Journalistin für nachmittags an. Aber der Vormittag war ruhig - sehr ruhig und ich habe wieder einmal keinerlei Hoffnung von jemandem mitgenommen zu werden.  Da sind dann auch gleich wieder die Untergangsgefühle, die sich melden wollen und die in mir kein Gefühl der Freude über die Fahrt und das fremde Land aufkommen lassen wollen. Ich komme mir eher vor wie ein Landstreicher,  der auf der Straße sitzt und auf Almosen wartet, als ein Künstler mit einer großen Mission. Und wenn diese Gefühle kommen, dann muss ich immer wieder in das Antlitz Michaels blicken, um den Druck aus meinem Magen zu nehmen. Noch nie habe ich vor einer so hoffnungslosen Situation gestanden. Vielleicht habe ich mich, wie Dostojewskij in seinem Roman: "Der Idiot" vom Fürsten sagt: an meinem großen Herzen verschluckt. Oder auch nicht. Vielleicht hat es doch auch einen tieferen Sinn. Denn eben kam eine Dame auf mich zu, der die Bilder sehr gut gefielen, und der sie die lang ersehnte Versöhnung brachten. Denn gerade da, wo mein Wagen mit dem Altar stand verlief im Kriege die Frontlinie und sie hatte genau an dieser Stelle als Kind Unsägliches erlitten. Aber es gibt auch andere Ansichten, denn eben hielt ein junger, bärtiger Mann mit seinem Fahrrad vor meinem Altar, zeigte auf ihn und sagte: das ist eine Waffe, eine Waffe gegen Gott. Gib ja acht!! Dann fuhr er wieder davon. Na ja, ich sehe das ganz anders. Aber trotz alledem prüfe ich meine Absicht erneut. Soeben war eine Journalistin von der Zeitschrift: Trouw aus Amsterdam bei mir. Sie wird morgen darüber schreiben.

Station 9 - Herveld/Holland

 

04. 08. 2011 Gestern Abend prasselte ein schrecklicher Regen auf den Wagen nieder und so mancher suchte unter ihm Schutz. Heute bin ich traurig, dass ich das nicht gefilmt habe. Aber daran werde ich mich gewöhnen müssen, dass ich vieles Interessante nicht werde filmen können. Allerdings ist meine größte Sorge heute mein Weiterkommen. Also rief ich beim Kundenservice von Mercedes Benz an, und fragte ihn, ob sie mir menschlicherseits weiterhelfen könnten. Konnten sie nicht. Zuviel Macht und Bürokratie. Also musste ich wieder einmal ganz anders handeln als gewollt und habe ein Abschleppunternehmen beauftragt, mich ins nächste Dorf zu fahren. Der nächste Hotelaufenthalt mit Dusche war somit wiederum gestrichen. Dieses Unternehmen aber setzte mich in dem kleinen Dörfchen Herveld ab. Und dort war ich nun tatsächlich mitten auf dem Lande. Eine ganz kleine Kirche und ein paar private Häuser sonst nichts. Ich habe mich gleich auf den Weg gemacht, die Ortschaft zu erkunden und etwas Wasser zu kaufen. Aber ich fand weit und breit kein Geschäft. Nur eine Windmühle. Als ich eine Radfahrerin fragen wollte, wo ich Wasser kaufen könne, hielt sie so unglücklich, dass sie stürzte und ich das Kind, dass in einem Stühlchen hinter ihr saß gerade noch auffangen konnte. Die Dame stauchte sich den Arm, aber dem Kind ist - dank meiner Hilfe - nichts geschehen. Ich habe dann beide noch nach Hause begleitet. Aber dann ging die Sucherei weiter. Ich klingelte an vielen Häusern, aber niemand machte auf. Oder sie öffneten und sagten mir, dass sie mir nicht helfen könnten. Doch dann habe ich wirklich noch ungeahntes Glück gehabt. Denn als ich an einer kleinen Reparaturwerkstatt für Musikanlagen, die ganz einsam und versteckt am Rande des Ortes lag fragte, traf ich auf einen Menschen (Henk), der mich mit seinem Auto gleich bis nach Tiel brachte. Eigentlich hatte er gesagt, dass er nur mich alleine zum nächsten Laden fahren wollte, um Wasser zu kaufen. Dann nahm er aber auch noch den Wagen mit und dann fuhr er sogar ganz spontan auf die Autobahn und brachte mich bis nach Tiel, also bis etwa 70 Kilometer vor Rotterdam. Und er suchte auch noch lange mit mir in Tiel herum, bis wir einen Platz vor der Kirche fanden, auf den ich mich mit dem Hänger stellen konnte. Gott kennt noch gute Menschen. Daraufhin ging ich gleich zum nächsten Büro einer Tageszeitung und meldete mich an. Sie versprachen auch gleich, am nächsten Tage einen Bericht zu bringen. Mittlerweile war ich einkaufen und warte nun, dass sich morgen jemand meldet, der mich weiter bringen kann. Jeder einzelne Tag ist ein Abenteuer und ein Stehen vor dem Nichts. Doch muss ich sagen, dass ich für das bisher Erreichte schon außerordentlich dankbar bin. Ich würde ja auch gerne länger an den einzelnen Orten bleiben, aber das Interesse ist doch überall sehr gering, und dann ist es besser weiter zu ziehen.

Station 10 - Tiel/Holland

 

05. 08. 2011 Die holländischen Restaurants machen spät auf, und so bin ich lange durch die Stadt und am Hafen spazieren gegangen, bis ich einen Kaffee trinken konnte. Dann fragte ich bei der Zeitung nach meinem Artikel und erfuhr, dass der Computer abgestürzt war und er heute nicht erschienen sei. Morgen aber, so sagte man mir, würde er erscheinen. Dann könne ich ihn lesen, wenn ich dann noch da sei... Die haben gut lachen. Wie soll mich jemand mitnehmen, wenn es keiner weiß. Egal, ich setze mich jetzt vor meinen Wagen und warte. Eine Dame mit Hund kam vorbei und bestätigte mir die Wichtigkeit meines Weges. Wieder eine kleine Seelentröstung für mich, für denjenigen, dessen Leben scheinbar aus den Fugen geraten ist. Dann kam doch noch die Polizei und wollte eine Genehmigung für den Standort haben. Den besorgte ich mir im Stadhuis, wo man mir sehr freundlich entgegen kam. Der weitere Tag war sehr einsam und es kam kein einziger Mensch, meine Bilder zu sehen. Am Abend dann wurde ich von netten Menschen, die mich von ihrer Haustüre aus beobachten konnten, zum Esse eingeladen. Ich hatte aber auch schon lange nichts mehr gegessen - nur immer gefrühstückt, das musste reichen. 

 

06. 08. 2011 Heute Morgen kam der Polizist, mit dem ich mich schon ein wenig
angefreundet hatte, und führte mich zu einem Freund, der ein Fuhrunternehmen
führt. Unterwegs flog uns eine Radfahrerin entgegen, die von einem Auto über die Straße geschleudert wurde. diese mussten wir erst versorgen und dann ging es weiter zu dem besagten Freund. Er versprach mir, mich am Montagmorgen nach Rotterdam an den Containerhafen zu bringen. Gott sei Dank ... Solch ein Glück. Also genieße ich jetzt erst einmal ganz in Ruhe den Sonntag. Denn heute Morgen erschien auch endlich der große Zeitungsartikel und so hoffe ich, dass die Menschen auch am Sonntag noch zu mir finden.



Station 11 - Rotterdam/Holland

 

07. 08. 2011 Heute ist Sonntag und die Menschen, die aus der St. Maartenskerk kommen, sind teilweise sehr interessiert. "Eine gute Sache, eine gute Sache" war die allgemeine Äußerung. Und dann kam jemand von der Kirchengemeinde und lud mich zu einem Kaffee ein. Dort sollte ich dann auch das Lied spielen, das ich mitgebracht hatte. Heute interessieren sich viele Menschen für die Bilder und ich kann schon einmal üben den Inhalt der Bilder auf Englisch zu erläutern, denn nicht jeder Holländer versteht deutsch. Als es aber gerade wieder etwas ruhiger wurde, trat ein Herr zu meinem Wagen und sagte: "Sie wollen nach Rotterdam"? "Ja" sagte ich. "Dann fahren wir jetzt dahin". Sagte er. Da hatte ich ein Problem, denn am nächsten Morgen wollte mich ja der Freund des Ordnungshüters freundlicherweise fahren. Also rief ich ihn an und konnte ihm die Last nehmen. So fuhren wir los: Herman, so hieß er (Er hat später seinen Nahmen auf meinen Wagen geschrieben.) und ich - in Richtung Rotterdam. Es war starker Wind und es regnete stark und ich hatte ein wenig Sorge um den hohen Wagen. Immerhin war er schmal und dreieinhalb Meter hoch. (Und wirklich nicht höher, denn einmal fuhren wir durch eine Brücke mit einer Höhe von 3,80 m und es hat nicht gekracht.) Dann fuhren wir auch noch am ganzen Hafengelände vorbei bis fast an die Küste. Dass der Wagen diesen Wind ausgehalten hat, rechne ich ihm hoch an. Aber wir mussten umkehren, denn wir fanden keinen Hafen in Richtung New York. Auch fand ich es besser, mich in die Stadt zu stellen und über die Presse  eine Fahrt über das Meer zu organisieren. Ich hatte Mut und war bereits mit der positiven Haltung der Heimatferne bestückt. Nach langem Suchen fanden wir einen Platz nahe der Bibliothek von Rotterdam und der Metrostation Blaak. (Aber zu nahe einer Baustelle, denn es wurde am nächsten Tag sehr laut.) Dort stellte ich mich auf und hatte gleich eine deutsche Familie zu Gast, der ich auch mein Lied vorspielen musste. Dann kamen noch ein paar sonderliche Personen und ein Afrikaner, der sich beschwerte, dass das Jesuskind immer weiß sei. Ich sagte ihm, dass es eigentlich dazwischen liege - in Israel, und dass es jeder so darstellen solle, wie er es wolle, da es für alle gekommen sei. Er wars zufrieden, nannte mich seinen Freund und zog vondannen.

 

08. 08. 2011 Heute Morgen regnet es ununterbrochen und ich mag den Wagen gar nicht verlassen, aber die Möven rufen aufs Meer hinaus. Ich schaue zum Engel Michael hoch, und da ich mit dem Kopf diesmal auf der Seite schlafe, auf der der Dunkle, also der Zweifler abgebildet ist, sieht sein Gesicht streng und weisend aus. Von der anderen Seite war es immer hell und licht gewesen. Er hat also zwei Gesichter und das bewirkt seine Faszination. Überhaupt habe ich erlebt, dass die Menschen wegen des Michaels zu mir kamen. Sie sahen ihn von Weitem und sagten: oh ein Engel. Und dann fragten sie mich welcher Engel das sei. Mittlerweile setzte sich ein Obdachloser mir gegenüber und fing lauthals und ohne Unterlass an zu singen. Er mochte Drogen genommen haben. Jetzt weiß ich auch, warum die meisten Passaten Stöpsel in den Ohren tragen. Zum Glück musste er sich wegen des stärker werdenden Regens etwas zurückziehen. Schräg gegenüber befand sich die Redaktion von der Zeitschrift de Telegraaf. Dort sprach ich vor und man gab mir Telefonnummern vom Hafenmanagement. Diese sagten mir aber, dass es ohne Geld aussichtslos ist, weil die Schifffahrtslinien da ganz eigen seien. Und auch die Zeitungsredaktion meinte, dass ich alleine mit ihrer Hilfe etwas erreichen könne. Anrufen sei sinnlos, denn da bekäme man immer nur ein Nein. Die Journalistin und der Fotograf waren da - jetzt bin ich gespannt, ob es eine Reaktion gibt. Mittlerweile kam auch ein Stadtstreicher mit tiefen philosophischen Fragen. Er suche einen Anker für seine Seele. Glaubte aber nicht an den Christus und so... Er glaube aber an die Mythologie, also an Gäa, die Göttin der Erde und an die Göttin des Windes und des Wassers. Sein Problem aber sei, dass er sie noch nicht gesehen habe. Ich sagte ihm, dass es wohl richtig sei, dass sich hinter allem Sinnlichen eine geistige Wesenheit verberge, die wir aber nicht sehen könnten, da wir nur sinnliche und keine geistigen Augen hätten.  „Und wie bekommen wir die geistigen Augen"? fragte er. "Durch Meditation", sagte ich. "Das versuche ich schon", sagte er, "aber es ist so schwer". "Das ist richtig", sagte ich ihm, "aber wenn Sie schon daran glauben, dass hinter dem Wind, dem Wasser und allem anderen eine geistige Wesenheit steht, so müssen Sie ja auch bejahen, dass hinter der Sonne und ihrem Licht eine geistige Wesenheit steht". Er bejahte das. "Und also", so sagte ich ihm, "wie das äußere Sonnenlicht alles Leben lenkt und beherrscht, so tut es auch der Geist der Sonne. Und das ist der Sohn -  Sonne - und das ist der Christus". Das fand er sehr interessant und ließ sich auch gerne einen kleinen Altar schenken. Solche Begegnungen sind für mich wie Perlen auf meinem Weg. Dann kam noch jemand vom Rundfunk und ich glaube, dass jetzt zum ersten Male mein Lied zu dem Altar im Rundfunk erklingen wird. Alles in allem, war das ein erfolgreicher Tag. Nun warte ich auf Reaktionen von den Reedereien.

09. 08. 2011 Die letzte Nacht habe ich nicht geschlafen, weil mich der Wind und der Regen so schüttelten, dass ich dachte, ich sei schon auf dem Meer. Und dann kamen um 3,30 Uhr die Marktaufbauer und schickten mich vom Platz. Also schob ich den Wagen vor die Bibliothek und habe mir dabei die Rippen verstaucht. Jeder hat so seinen Platz im System und ich bin wie ein Fremdkörper, der in dieses System eindringt. Wie ein Komet, der aber manchmal auch viel Neues bewirkt. Rings um mich her standen dann also die Marktwagen aber ein Regenbogen erschien auch im Westen und ich nahm ihn für ein gutes Zeichen, dass sich mir das Tor nach dem Westen öffnete. Aber erst einmal war ich von vielen Marktwagen und kritisch schauenden Verkäufern umgeben. Auch die Polizei kam und fragte nach einer Erlaubnis. Die hatte ich natürlich nicht. Aber nach einigen Erklärungen ließ sie mich erst einmal gewähren. Dann kam das Fernsehen und drehte sehr ausgiebig. - Das wird eine schöne Geschichte, so übernächtigt und unrasiert, wie ich war. Na ja, auf jeden Fall war, da ich mitten auf dem Markt stand, heute viel Betrieb und viel Zustimmung um die Bilder. Und nun muss ich warten, bis der Markt leer geräumt ist, um auf meinen alten Platz zurück zu können.

10. 08. 2011 "Gestern Abend warst Du im Fernsehen." Sagte man mir heute Morgen. Nun bin ich mal gespannt, was da kommt. Im Moment scheint die Sonne und ich habe schon von dem von mir zu erreichenden Hafen Bilder gemacht. Aber dann wurde der Wagen wieder von vier Mann vom Platz geschoben, da auf ihm heute eine große Veranstaltung stattfinden soll. Jetzt stehe ich mit ihm hinter einer Kirche, der Laurenzkirche. Über Langeweile brauche ich mich also nicht zu beschweren. Ein ständiges Hin und Her. Obwohl…  Viele Menschen sind heute nicht gekommen, denn ich war die meiste Zeit von Lkws eingerahmt, die Materialien für das große Fest angeliefert haben. Aber auch von der Schifffahrt hat sich niemand gemeldet. Morgen muss ich mir Telefonnummern besorgen und persönlich nachfragen.

11. 08. 2011 Das persönliche Nachfragen scheint Früchte zu bringen. Ich habe auf Nachfrage meine Papiere zu einem Schiffsunternehmen geschickt und werde nun erfahren, ob sie mich per Anhalter mitnehmen können. Allerdings werde ich dafür wahrscheinlich nach Amsterdam fahren müssen.Es hat nicht geklappt mit der Überfahrt. Der Reeder wollte zu viel Geld und sagte mir noch, dass niemand das umsonst machen würde. - Aus? - Als ich zum Wagen zurückkam, bekam ich von einem netten Herrn aus Rotterdam doch noch einen wichtigen Hinweis auf eine Stelle der Hafenaufsicht, wo ich mich mal hinwenden solle. Das tat ich dann auch, indem mich eine nette ältere Dame (72) auf ihrem Fahrrad durch den Regen dorthinfahren ließ. Sie saß dabei auf dem Gepäckträger. - In Holland geht das. - Ich bekam dort auch eine Telefonnummer, die aber ebenfalls erfolglos war. Zwischenzeitlich hatte ich an meinem Altar noch die Begegnung mit einer sehr netten jungen Familie aus Deutschland. Vielleicht wird mir durch sie ein weiteres Tor zu den Menschen geöffnet. Leider ist das Wetter zurzeit recht schlecht, aber den Regen des Nachts auf das Hängerdach prasseln zu hören ist auch gemütlich. Allerdings tun mir mittlerweile alle Knochen weh und die Luftmatratze hat auch ein Loch.



Station 12 - Rotterdam/Wilhelminapier

 

12. 08. 2011 Es regnet - nichts Neues. Neu ist, dass ich einen Autofahrer habe ansprechen können, der vielleicht bereit ist, meinen Wagen und mich am Mittag zum Wilhelminapier zu fahren. Dort werden alle Schiffe nach New York koordiniert und ich will mich sichtbarlich dort aufstellen. Was meine Mission und meine Absicht betrifft, hat sich nichts geändert. Sicher kann man sich philosophisch streiten, ob das nun wirklich positiv ist oder nur wieder eine weltanschauliche Spinnerei. Streiten kann man sich immer. Aber haben wir nicht zu Weihnachten und Ostern ganz bestimmte Gefühle und wünschen wir uns nicht gerade in dieser Zeit Frieden und Harmonie zwischen den Menschen? Ja - eben - aber das ist zu kurz. Weihnachten und Ostern sollten das ganze Jahr sein. Immer sollten sie in den Seelen der Menschen präsent sein. Dann gäbe es keinen Krieg und Unfrieden zwischen den Menschen. Deshalb trage ich auch zu allen Jahreszeiten diese Bilder auf die Straße. Und wer sie sehen will, darf sie sehen und wird erinnert - mehr nicht. Da erübrigt sich jede weltanschauliche Diskussion. Der Herr, der versprochen hatte, mit seinem Auto zu kommen, ist nicht gekommen. Dafür kam der Freund der Dame mit dem Fahrrad (Kees mit Namen). Es sind immer nur einzelne Menschen, die wirklich hilfsbereit sind. Er fuhr mich an den Wilhelminapier bis zum Ende, wo das Denkmal der Auswanderer steht. Das ist ein rundes Ablagegestell für Koffer, Kisten und Säcke, die auch in haltbarer Form symbolisch zugegen sind. Dort stellte er mich also ab. Und das wurde ein schöner Abend an einem schönen Platz. Denn aus dem Hotel Holland Amerika Line, kamen viele Menschen und Kinder zum schauen. Auch eine Familie aus Russland. Die Mutter dieser Familie begleitete mich  auf der Geige. Das war ein großes Erlebnis und ein wunderbarer Abschluss des Tages.

 

13. 08. 2011 Die Zeit geht zu langsam, ich bin ein Frühaufsteher und die Büros und Kaffees machen erst sehr spät auf. Heute will ich mich im Cruise Terminal Rotterdam erkundigen. Geht nicht - es ist Samstag. Und das Wetter ist trostlos, der Weg vor dem Wagen wird zu einem Fluss und der Wind weht den Regen in den Wagen hinein, sodass ich ihn zwischendurch immer schließen muss. Doch zum Glück wird das Wetter in dem Augenblick besser, wo Herr Martin Rosenbach zu mir kommt, um mich für das ARD-Fernsehen zu interviewen. Mit ihm wird es dann noch ein erfüllter und angenehmer Abend.

14. 08. 2011 So schnell wie heute Morgen bin ich noch nie aufgestanden. Ein riesiges Schiff legte direkt am Pier hinter meinem Wagen an. Es war ein Passagierschiff, die „Rotterdam“ von der Holland Amerika Line. Das konnte mich aber leider nicht mitnehmen. Fuhr auch nach St. Petersburg. Nun, zum Glück hat es jetzt aufgehört zu regnen, denn die ganze Nacht über hat es geschüttet. Aber jetzt ist es etwas sonnig und die Spatziergänger kommen. Aber nicht zu meinem Wagen. Es ist zu interessant, was um das Schiff herum passiert und der Blick nach innen auf die Kunst ist da im Moment nur störend. Und dann um 17,00 Uhr fährt das Schiff ab. Ohne mich - na ja, ist ja auch die verkehrte Richtung.

15. 08. 2011 Heute Morgen kam wieder so ein großes Schiff, die"Ryndam", fuhr aber auch nicht nach Amerika, sondern nach Skandinavien. Langsam werden mir die Schiffe hier zur Gewohnheit und ich springe nicht mehr gleich aus dem Schlafsack. Und heute ist auch richtig schönes Wetter. Gleich heute morgen war ich dann auch schon bei der Rotterdamer Hafenbehörde und warte nun darauf, ob sie mir einen Transport nach New York vorschlagen kann. Im übrigen habe ich den ganzen Vormittag über telefoniert und nur Absagen bekommen. Auch die Hafenbehörde gab sich geschlagen. Das war alles sehr wenig ermutigend. Für Waffen und Krieg werden Unsummen ausgegeben, aber ein paar christliche Bilder zu verschenken, ist nicht möglich. Dabei gäbe es gewiss so mancher Seele zu denken. Nach einigen Minuten der totalen Verzweiflung kam in mir dann aber doch der Siegfried wieder hoch und ich meldete mich bei der hiesigen Presse und bat sie, für morgen noch einmal einen Aufruf zu starten. Also - bis dann.

16. 08. 2011 Heute ist es kalt und kein großes Schiff ist da, aber ich hoffe, dass die Zeitung meinen Aufruf gebracht hat. Sie hat ihn gebracht und ein Reeder offerierte mir die Fahrt über den Atlantik für den halben Preis. Aber von Antwerpen/ Belgien aus. Ich werde es tun und bis zur Abfahrt am 24. 08. 2011 tüchtig Spenden sammeln, weiter auf die Dusche verzichten und schauen, dass ich mit dem Wagen nach Antwerpen komme. 

17. 08. 2011 Als ich heute Morgen erwachte und zum ersten Bild des Altars, das Michaelsbild aufschaute, fiel mein Blick zuerst auf die Drachenfigur mit menschlichen Zügen, die sich dem Michael entgegenstellt. Und ich sah, wie ich ihn gemalt hatte; im Inneren eines Schädels vom illusionären Licht umgeben. Ja, sagte ich mir, das stimmt immer wieder. Das ist das Denken heute; eingeschlossen in der Materie des Kopfes und gefangen in sich selbst. Dem steht das Denken Michaels entgegen: leuchtend, Freiheit bringend, Wahrheit tragend und sich schaffend aus der Gewissheit der göttlichen Welt. Aber er muss auch den Materialisten akzeptieren. Er weiß, dass er da ist, und darf sich in seinem Denken nicht von ihm beeinflussen lassen. So muss auch ich mit dem Geld der Überfahrt rechnen, darf mich in meinem Ziel aber nicht ablenken lassen, denn immer wieder wird es Menschen geben, die sich meinem Opfer anschließen und mir helfen.

Für alle, die denken, ich sei jetzt schon weg, muss ich leider sagen, dass mich kein Schiff zusammen mit meinem Altar transportieren will. Ich müsste mit dem Flugzeug fliegen und den Hänger alleine schicken. das kann und will ich aber nicht. Das ist mir auch viel zu teuer. Jetzt kann es also wirklich sein, dass mein Weg hier zuende ist. Ich melde mich wieder, wenn ich weiß, wie es weiter geht. Noch gebe ich nicht auf.

Station 13 - Rotterdam/Hafen

 

18. 08. 2011 Eine neue Hoffnung keimt auf, denn ich habe, nach langem Suchen, einen Kontakt nach Antwerpen zu einem Schifffahrtsunternehmen aufbauen können, das versuchen will, mir zu helfen. Jetzt heißt es wieder Daumendrücken. Aber auch diesmal hat es nicht geholfen. Am Abend dann kam Herr Kees, der mich auf die Autobahn bringen wollte und auch Herr Rosenbach von der ARD. Aber ich musste Herrn Kees sagen, dass ich meinen Plan geändert hatte. Nach den vielen Enttäuschungen bei meinen Telefonaten und E-Mails mit den Schifffahrtsunternehmen wollte ich jetzt erst einmal einen nächsten Sprung wagen. Ich wollte, dass er mich zum Fährhafen von England bringt, damit ich mich mitsamt dem Wagen nach England begeben konnte. Dort hoffte ich andere Möglichkeiten zu haben, um nach New York zu kommen. Aber die sehr netten Herren am Hafen fanden keine Schiffe, die von England aus nach Amerika fuhren. Sie rieten mir, es doch lieber in Rotterdam oder Antwerpen zu versuchen. Also blieb ich auf dem Festland. Aber ich hatte schon einmal einen persönlichen Kontakt zu Menschen, die vielleicht Kontakte knüpfen konnten aufgebaut. Sie rieten mir dann bei einem Rasthaus für Fernfahrer die Nacht stehen zu bleiben, um am nächsten Morgen eine Organisation anzurufen, die sie mir nannten. Das tat ich denn auch. Es war eine kalte und laute Nacht.  

19. 08. 2011 Der Herr, der für mich telefonieren sollte - wurde mir gesagt - kommt erst am Nachmittag. Also hieß es wieder warten. Und dann ist er gekommen und hat nicht telefoniert. Und die Unternehmen, die ich selbst anrufen musste, ohne die notwendigen Verbindungen zu haben, haben abgesagt. Da stand ich dann wieder am Ende der Welt. In meiner Not habe ich mich dann an den ADAC gewandt und ihn gebeten, mich von hier weg zu bringen. Der Herr war sehr freundlich - ob er jetzt auch kommt? Er ist nicht gekommen, da mein Hänger keine Panne hat. Auch ein Abschleppunternehmen wollte mir nicht helfen, im Gasthaus und auf der Straße fand sich niemand und es gab scheinbar kein Taxi mit Anhängerkupplung in ganz Rotterdam. Traurig. Dann rief ich Kees an, der mich gestern gefahren hatte. Er hat keine Zeit, wollte aber einen Freund fragen. So warte ich wieder... Und jetzt hat er angerufen und gesagt, dass er mich um acht Uhr heute Abend abholt, dass ich bei ihm schlafen soll, und dass er mich dann morgen früh nach Antwerpen bringt. Es gibt gute Menschen.

Station 14 - Antwerpen/Belgien

 

20. 08. 2011 Ich habe gut geschlafen und habe geduscht. Jetzt geht es mit Herrn Kees Rovers nach Antwerpen. Auf dieser Fahrt lerne ich ihn als einen geistig sehr hochentwickelten Menschen kennen. Und ich bin wirklich dankbar, dass ich ihn habe kennen gelernt, und dass er mir so manches von sich offenbart hat. Er hat auch eine Internetseite: www.keesrovers.nl - Und schon stehe ich mit meinem Altar mitten auf dem Rathausplatz neben der Kathedrale von Antwerpen. Es ist viel Betrieb und viele Menschen kommen schauen. Das ist der schönste Tag der ganzen Fahrt. Gutes Wetter, ein schöner Platz, viele Interessierte und vielleicht schon einen wichtiger Kontakt zum Hafen. Auch einige kleine Altäre habe ich verkauft. So darf es weiter gehen.

Station 15 - Antwerpen/Hafen

 

21. 08. 2011 Sonntag in Antwerpen. Es regnet. Ich finde ein Hotel zum Frühstücken. (Hotel t`Sandt) Aber die Nacht war so laut, wie noch nie. Es war als wären sämtliche Jugendbanden der Welt auf dem Rathausplatz und um meinen Wagen herum versammelt mit Geschrei und Gesang. Und zwar die ganze liebe lange Nacht hindurch. Aber ich habe trotzdem ein klein wenig geschlafen, immer in der Sorge gleich weggetragen zu werden. Als ich zum Wagen zurück kahm, kam auch die Sonne wieder. Die Polizei auch und schickte mich vom Platz. Da ich aber kein Auto hatte, waren sie ratlos, und meinten, dass ich mal bei einem Taxiunternehmen fragen solle. Gleichzeitig schlechte Nachrichten von der Kontaktperson im Hafen. Sie sagt, dass die Grenzen von Amerika für solche Aktionen seit einiger Zeit vollkommen dicht seihen. Man habe keinerlei Chancen. Na bravo... Und dann hat auch noch in ganz Antwerpen kein einziges Taxi eine Anhängerkupplung. Man sollte das wieder weltweit einführen. Nach dem schönen Tag gestern ist heute also schon wieder weit und breit keiner zu sehen. Doch einen netten Menschen gab es dann doch noch. Ein Angestellter der Stadt hat mich - ohne Erlaubnis des Chefs - zum Hafen gefahren. Deshalb habe ich auch zum ersten Mal das Auto nicht gefilmt, das mich gezogen hat.

22. 08. 2011 Es ist zu Ende? Die Zeitung in Antwerpen weigert sich zu schreiben und auch das Fernsehen sendet nicht. Somit bleibe ich unbekannt und kann keine Hilfe angeboten bekommen. Und auch alle Unternehmen, die ich kontaktiert habe, haben freundlich abgesagt. Jetzt gibt es von hier aus wirklich kein Weiterkommen mehr. Was ich jetzt brauche, ist ein Auto. Finde ich vielleicht einen Sponsor? Aber ich hatte noch ein paar wirklich schöne Begegnungen am Wagen, und vielleicht auch welche, die mir in irgendeiner Form helfen können. Es ist wirklich ein Opfer, so auf Hilfe angewiesen zu sein.

Es geht nicht weiter. Meinen momentanen Zustand zeigt dieses Bild.

23. 08. 2011 Heute Morgen scheint die Welt unterzugehen. Es gewittert am laufenden Band, und ich laufe kilometerweit durch die Stadt um eine Reederei zu finden, die mich mitnimmt. Ich finde keine. Aber die Sonne kommt wieder und Menschen, die die Bilder mögen. Vielleicht finde ich ein Schiff, das mich in einen anderen Hafen mitnimmt, z. B. nach Hamburg... Es hat sich anders ergeben. Ich werde morgen von Herrn Jan Hoen aus Antwerpen nach Zeebrugge gebracht. Auf den Gedanken brachte mich ein Hafenmitarbeiter, Herr Frank Trapphagen, der sich große Mühe gemacht hat mir zu helfen und dem ich sehr dankbar dafür bin. Zumal er extra 35 km fuhr, um mir seinen Plan zu präsentieren.

Station 16 - Brügge/Belgien

 

24. 08. 2011 Es ist nicht zu sagen, wie laut es doch ständig, also Tag und Nacht, in den Städten ist. Da muss die Sprache der Sterne verstummen. Das erlebe ich jetzt, wo ich sozusagen im Zelt in den Städten campiere. Heute Morgen war ganz früh eine junge Dame da, die mich für ihr Studium interviewte und fotografierte. Dann kam der Herr Hoen, der mich nach Brügge fuhr. Dort stellte er mich mitten auf dem Marktplatz ab und wir konnten uns vor lauter Menschen gar nicht recht bewegen. Sie nahmen auch gleich die Deichsel des Wagens zum Sitzen, um ihre Pommes Frites zu essen und das Dach gegen den Regen. (In Antwerpen gingen die Kutschpferde im Schritt, hier traben sie durchweg.) Das Dach schloss ich dann aber, nachdem ich den ganzen Wagen habe trocken legen müssen, weil auf der Fahrt irgendwo Wasser hereingekommen war. Dann suchte ich im Touristenbüro nach der Nummer einer Redaktion. Die fand sich auch und meldete mich für drei Uhr an. Der Journalist vom „Brugs Handelsblad“ war sehr bereitwillig und schickte mir gleich einen Fotografen mit. Der Artikel erscheint aber erst am Freitag. Mal sehen, ob die Polizei mich bis dahin hier stehen lässt.

Station 17 - Brügge/Autohof

 

25. 08. 2011 Wieder so eine laute Nacht. Ich frage mich, warum nachts, oder auch morgens, so viele Menschen schreien - einfach nur laut schreien -. Ist es nur der Alkohol, oder sind es auch Zeichen der seelischen Not. Es mag wohl beides sein. Abends, wenn ich mich schlafen lege, wimmelt es noch in der Stadt und morgens bin ich mit den Reinigungsfahrzeugen ganz alleine. Die letzte Nacht war kalt und feucht. Hoffentlich kommt heute die Sonne. Nun, sie ist gekommen, aber wiederum auch die Polizei. Sie setzte mir eine Frist von einer halben Stunde und gab mir erst nach langen Verhandlungen die Nummer eines Abschleppunternehmens. Das kostete mich 100.- Euro und nun steht mein Wagen auf einem Firmengelände am Rande von Brügge. (Wahrscheinlich schlafe ich deshalb im Wagen und esse sehr wenig, damit ich das Geld für Abschleppdienste habe.) Ich kann also jetzt nur hoffen, dass mich morgen - nach dem Zeitungsartikel - jemand hier findet. Zur Sicherheit habe ich ihnen die neue Adresse gegeben. Doch nun ist es erst einmal ruhig geworden um mich herum. Aber dafür kann auch niemand meine Bilder sehen.



26. 08. 2011 Liebe Freunde, leider ist die Grenze nach Amerika für meine Aktion unpassierbar. Auf jeden Fall mit dem Schiff und zusammen mit meinem Altar. Was immer ich auch versucht habe, für mich als Privatperson ist ein Transport nicht möglich. (Früher war es möglich, doch jetzt ist keiner mehr dazu bereit und das hat versicherungstechnische Gründe. Nicht einmal auf dem Schiff arbeiten, durfte ich.) Ich war in Rotterdam, in Antwerpen und in Zeebrugge und habe mit Hamburg, Bremerhaven und anderen Häfen telefoniert und geschrieben. (Ich hatte gedacht, wenn ich Vorort bin, wird es gehen.) Überall die gleiche Auskunft und Absage. Mehr kann ich nicht tun. Ich kann diese weite Strecke nicht schwimmen. Und mit dem Flugzeug fliegen, will ich nicht. Ist mir auch zu teuer und wäre nicht im Sinne meines Weges. Somit bleibt mir nichts anderes übrig als umzukehren, denn der Gedanke nun einfach ein wenig durch Europa zu fahren scheitert an der Bereitschaft der Autofahrer mich und den Hänger mitzunehmen. Nur weil ich ein so festgestecktes Ziel hatte, habe ich es bis zur Küste geschafft. Und dabei musste ich noch oft genug bezahlte Hilfe in Anspruch nehmen. Aber abgesehen davon hatte ich auf meiner Fahrt auch wirklich schöne Begegnungen und großartige Hilfe. Und so schmerzhaft es auch für mich ist, dass ich nicht über das Meer gekommen bin, so dankbar bin ich doch auch all denjenigen, mit denen ich mich über die tiefsten Fragen des Seins habe austauschen dürfen. Somit bin ich schon überzeugt, dass mein Weg mit dem Altar nicht sinnlos war. Und ich würde sofort aufs Neue beginnen, wenn man mir garantieren könnte - zusammen mit dem Altar - über das Meer zu kommen. Ich bedanke mich also ganz herzlich bei all jenen, die mir unterwegs so selbstlos geholfen habe, und stehe weiterhin mit meinem Altar für Vorträge oder Präsentationen - egal wo - zur Verfügung. 

 

Herzlichst Euer

Siegfried Ahlborn